1. Die Gründung der Stadt Zwönitz - Alterzgebirge

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1. Die Gründung der Stadt Zwönitz

In: Max Grohmann "Das Obererzgebirge und seine Städte in Sage und Geschichte". Annaberg 1903

Zwönitz ist ein ursprünglich wendischer Ort. Die Zeit seiner Gründung fällt jedenfalls in die der Einwanderung der Sorben in unsere Gegend. Sollen doch die Sorben bis an den Quellen der Chemnitz, also noch etwa eine Stunde oberhalb Zwönitz, gewohnt haben.


Der Name Zwönitz selbst deutet auf wendischen Ursprung hin. Schumann leitet ihn in seinem "Lexikon von Sachsen" ab von Zweno oder Zwonez = Rundung oder Rad, sodaß Zwönitz einen Kreisort bedeute. Er weist dann darauf hin, daß der Ort nach einer anderen Stadt in Serbien Zwönigk (im heutigen Bosnien) genannt sein könne, und übrigens liege "auch ein Zwönitz in Bosnien, einer Gegend, woher die Sorben zum Teil kamen".


Wahrscheinlich ist, daß Zwönitz seinen Namen dem Flusse, und dieser den seinen einer Eigenheit verdankt. Wie man den reißenden Fluß Sapawa (Zschopau) oder tschechisch bistry nannte, woraus Bistrice (Bistritz) und Wistricz (Weißeritz) wurde, wie sich ferner aus dem slavischen bibra oder tschechischen bobr (der Biber) die Benennung Bobritzsch bildete, so kann auch aus dem slavischen svisnija = Wildschwein die Bezeichnung Zwönitz für Fluß und Stadt Zwönitz genommen worden sein.


Demnach wäre also Zwönitz gleichbedeutend mit Sau- oder Wildschweinbach.


Jedenfalls ist dieser Ansicht noch eher beizupflichten, als der vorher genannten oder als der Chr. Lehmanns, der Zwönitz durch Zusammenziehung aus dem slavischen Worte Swantewitz (heiliges Licht) entstanden erklärt.


Sehr glaubhaft ist auch die in Nr. 47 der "Sächs. Schulzeitung" Jahrgang 1898 ausgesprochene Ansicht eines Herrn Jentsch. Er führt aus, Zwönitz und Niederzwönitz lagen am Zusammenflusse zweier Bäche. Swod (wendisch) ist die Zusammenführung, der Zusammenfluß. Das Adjektivum von wendisch s-wod ist s-wodny, das davon abgeleitete Substantivum s-wod-n-ica. Swodnica ist ein abgeleitetes Hauptwort weiblichen Geschlechts. Das slavische s = ß und erscheint in Ortsnamen oft als anlautendes Z, z.B. sucha = dürr, wasserarm; die Zauke bei Schandau (Kreis Zauch-Belzig in Preußen), die Zwodnitz als zusammengeflossenes, vereinigtes Wasser der zwei Bäche konnte leicht zu Zwönitz werden. Bei Löbau in der Lausitz liegt das Rittergut Großschweidnitz an einem Zusammenflusse, ebenso Kleinschweidnitz, beide Dörfer wendisch Swódnica, gewöhnlich aber Swónca ohne d. Zwönitz wird auch noch jetzt im Volksmunde die Zwönitz genannt.


Entgegen der hergebrachten Ansicht vom wendischen Ursprung der Stadt verficht neuerdings Pfarrer Löscher (Aus dem Zwönitzthal, Heft 8-9, S. 174 ff.) die Meinung, Zwönitz sei erst 1100 - 1200 als deutsche Siedelung entstanden und habe nur seinen Namen, wie das so oft geschehen, vom slavisch benannten Flusse erhalten. Er fußt dabei auf den grundlegenden Untersuchungen des Dr. Ed. Otto Schulze in seiner Preisschrift "Kolonisierung und Germanisierung der wettinischen Lande" (1896).


Irgend welche Sagen über Gründung des Ortes sind nicht vorhanden. Nach Hertzog kommt der alte Bergflecken Zwönitz nebst seiner Kirche schon 1320 unter dem Namen Czwenicz urkundlich vor.


Im Jahre 1400 kaufte der Abt Nikolaus von Grünhain von dem Burggrafen von Meißen einige Hartensteiner Ortschaften, womit wahrscheinlich Zwönitz, Gablenz und halb Lenkersdorf (8 Güter) gemeint sind.

Schultz.


Zwönitz im Hussitenkriege

Zwönitz wird kurfürstlich

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Der Bergflecken Zwönitz wird Stadt

Der Zwönitzer Johannismarkt

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Zwönitz während der Kriege 1849, 1866 und 1870/71

Zwönitz im Frieden

Die Schule

Berühmte Söhne des Zwönitzthales

Sagen

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