Annaberg anno 1731 - Alterzgebirge

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Annaberg anno 1731

In: Georg Kleinhempel, Annaberger Annalen 1658 - 1735, Transliteration: Helmut Unger

Den 9. Januar, an einem Dienstag, stürzte der Schacht bei Herrn Samuel Weiß, gegenüber der großen Kirche ein, welcher bereits 1664 eingefallen war und mit dem Brandschutt gefüllt wurde, welcher von den Brandstätten ist weggeführt worden, da die Stadt abgebrannt war.

Zu Michael fing es an mit Frost, darauf kam großer Schnee und ist gestanden bis drei Wochen vor Pfingsten, wenngleich etwa ein warmer Tag ist gewesen, hat es bald wieder geschneit.

Den 2. August, an einem Freitag, abends zwischen 7 und 8 Uhr, kam ein großes Donnerwetter, schlug sechs Mal nacheinander in den Kirchturm ein, hat aber keinmal gezündet, auch wenig Schaden getan am Schiefer. Aber in es Türmers Stubentür hat es geschlagen als wär mit kleinen Schrot darein geschossen, das Holz war versenget, aber den Menschen hat es keinen Schaden getan. Aber als es den sechsten Donnerschlag tat, da vermeinte man es wäre ganz aus mit uns Menschen. Solches Zischeln, Brasseln und großen Knall hatt man seine Tage nicht gehört, wie es alte Leute können sagen und gesagt haben.

Den 28. August, an einem Dienstag früh zwischen 4 und 5 Uhr, strafet der liebe Gott abermals die Stadt mit seiner Feuersbrunst. Kam am Wolkensteiner Tor zwischen einem Schmied und Posamentierer aus, mit Namen Baltzer Ander und Christoph Hennig. Es brannten in vier Stunden 270 Häuser ab, als Wolkensteiner Gasse, Kleine Kirchgasse, Große Kirchgasse, Fleischergasse, Klostergasse, Frohnauer Gasse, Buchholzer Gasse, Rathaus, Bergkapelle, Superintendentur bis an die Kirche; es ist kein Ratsherren-, Viertelsmeister- oder Advokatenhaus stehen geblieben. Es sind alle Brauhäuser mit abgebrannt, daß Bier von den Dörfern hereingeführt wurde.

Es ist das Feuer aus der Stadt nach Frohnau geflogen durch den Wind, daß auch 36 Güter, Scheunen, Häuser abbrannten.

(1734, den 25. Februar, tat Christoph Hennig einen körperlichen Eid, daß er vom Feuer nichts wüßte.)

Den 13. August ging die Ratswahl fort, kam Bürgermeister Wex wieder zum regierenden Bürgermeister. Weil ein Streit ist mit Herrn Bürgermeister Wex gewesen, hat Herr Bürgermeister Schwab das regierende Amt verwaltet.

Den 20. September wurden die Bürger auf die Schule bestellt, wurde ihnen verkündet, daß die Abgebrannten des Generalaccis sollen befreit sein.

Den Freitag vor Michael wurde Dorfbier hier geschenkt an vier Orten, als bei

Jakob Rubner, Ratsverwandter, hat Rückerswalder Bier
Herr Bergmeister Schindler
Herr Mey in der Buchholzer Gasse
Herr Marktmeister Seytel

Den 4. Oktober wurde ein Ratstag auf der Schule gehalten, es wurde der Bürgermeister Sache vorgetragen, daß ein jeder sollt eingeben, was ihm verbrannt wäre.

Den 15. Oktober, nachdem die Brauhäuser wieder zugerichtet waren, wurde wieder hiesiges Bier geschänkt.

Den 17. November, früh nach 4 Uhr, erhob sich ein solcher Sturm, daß vor dem Böhmischen Tor dem Töpfer das halbe Haus zu Boden geworfen, auf der Kirche das Dach aufgerissen, auf der Schule wie auch an anderen Orten an neuen Gebäuden großen Schaden getan, auch Fenster in der Kirche eingeworfen. Man hat nicht anders gedacht, es wirft alle Häuser ein.

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