Annaberg anno 1726 - Alterzgebirge

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Annaberg anno 1726

In: Georg Kleinhempel, Annaberger Annalen 1658 - 1735, Transliteration: Helmut Unger

Den 25. März kam Feuer aus zu Marienberg am Markt bei „Drei Schwanen“. Man kann es aber nicht so genau wissen wo es auskam, ob in „Drei Schwanen“ oder bei dem Gerber, der daran wohnet. Es sind acht Häuser weggebrannt und zwei Häuser eingerissen worden.

Den 30. April sind in Görlitz wieder 150 Häuser abgebrannt.

Den 8. Mai, an einem Mittwochnachmittag zwischen 1 und 2 Uhr, kam ein schweres Donnerwetter und schlug in den Kirchturm ein, oben von der kupfernen Haube bis in die unteren Klappfenster, nach der Hausdörferin zu, wurde alles entzwei geschlagen. In des Türmers Schlafkammer war alles entzwei, den Ofen in der Stube hat es völlig zerschlagen, zwei Fenster schlug es auf den Boden bei der Kirche entzwei, den Draht an der Klingel hat es weggeschmissen, das Fenster in der Kirche bei dem Turm schlug es auch völlig entzwei, daß nicht viel Scheiben darinnen sind ganz geblieben.

Den 5. Juni, an einem Freitag, machten die Bergleute im Warmen Bad Graf Watzdorf ein Ständchen mit allerhand Musik. Am Mittwoch, als den 10. Juni, zogen die Freischützen und viele Bürger hinaus in das Warme Bad mit Fackeln und gaben drei Salven, wie auch allerhand Musik.

Den 19. Juni wurde der Mörder, der Mag. Hahn hat umgebracht, in Dresden-Neustadt auf dem Markt gerädert und herausgeschleift durch den Schinderknecht und auf das Rad gelegt.

Den 9. Oktober, an einem Montagnachmittag, erhob sich ein Sturm. Auf die Nacht wurde er so stark, daß er großen Schaden anrichtete an Häusern, an der Schule, an der Kirche. Das Dach der Kirche wurde aufgerissen, das Dach der Ziegelscheune ganz und gar umgeworfen. Die Linde bei dem Zeckenthal wurde mit der Wurzel umgerissen. Es ist nicht zu beschreiben, was allerorten der Sturm hat an Schaden getan.

Den 28. November wurden die Bürger aufgefordert, das Geldverbot zu beachten. Aber es hat sich kein Mensch daran gehalten und so ist alles wieder gang und gebe wie zuvor.

Zu Johannis galt das Korn 6 Taler, der Weizen 7 Taler, der Hopfen 7 Taler, die Gerste, ein Maltz 38 Taler.

Zu Weihnacht galt das Maltz Gerste 34 Taler; der Hopfen 3 Taler; das Korn 6 Taler 6 Groschen; Hafer, das Strich 1 Taler, auch wohl 1 Taler 8 Groschen; ein 3-Pfennig-Brot 11 Lot; die Kanne Bier 7 Pfennig.

[- eingeklebter Zettel -]

1726, den 13. Dezember, als an einem Freitag, wurden dem Bürgermeister Dr. Schwab sechs Pasquillen an unterschiedlichen Orten angeschlagen, er war damals regierender Bürgermeister.



[- Ende eingeklebter Zettel -]

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