Annaberg anno 1723 - Alterzgebirge

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Annaberg anno 1723

In: Georg Kleinhempel, Annaberger Annalen 1658 - 1735, Transliteration: Helmut Unger

Den ... ertrank ein Kind im Vorwerk, gegenüber der Rats-Walkmühle, in der Stube in einem Scheffel Wasser.

Den 4. März, an einem Donnerstag, brannte Stolpen ab.

Den 31. März, Nachmittag zwischen 2 und 3 Uhr, kam Feuer aus in der Buchholzer Gasse bei Herrn Mey. Hat Kindtaufe gegeben, haben gebraten in der oberen Küche, so hat das Feuer schon zur Esse oben rausgebrannt - aber es ist durch Gottes Hilfe wieder gelöscht worden.

Den 28. Mai wurde abends um 9 Uhr ein Herr in die große Kirche begraben, wurde krank aus dem Karlsbad hierher gebracht.

Den 8. Juni, einem Dienstag, wurde die Bürgerschaft allhier gemustert, hinter der Vogelstange auf Herrn Bürgermeister Schwaben Feld, und wurden der Bürgerschaft neue Hauptleute vorgestellt, als:

Herr Stadtrichter Hiebner
Herr Postmeister Dreymark
Herr Joseph Rubner
Herr Chr. Bortenreuter

Den 16. Juni, am Mittwoch früh, wurde eine Frau im Pferdeteich gefunden. War von Mauersberg, mit Namen Anna Elisabeth Neubert, ist vorigen Jahr zurück im Kopf gewesen.

Den 19. Juni, mittags zwischen 12 und 1 Uhr, ließ sich am Himmel eine feurige Kugel sehen, die vom Schreckenberg her schnell über die Stadt gefahren ist. Man vermeinet, als war sie am Pöhlberg niedergefallen. Man hat es an vielen Orten gesehen.

Den 3. Juli ist die Nachtwache angestellt worden mit zehn Mann, von 9 Uhr abends bis 3 Uhr morgens, die gehen in der Stadt in allen Gassen herum.

Den 19. Juli wurde der Vogel abgeschossen, König wurde Herr Schreiber, ein Kramer.

Den 5. September, an einem Sonntag, wurde Ihre Kaiserliche Majestät Karl VI. in Prag zum böhmischen König gekrönt und am Mittwoch zu Maria Geburt wurde die Kaiserin zur böhmischen Königin gekrönt.

Den 23. September, Nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr, grub ein Bursche Lehm in der Lehmgrube. Dabei fiel ein Stück von der Lehmgrube ein und erschlug ihn, daß er gleich tot blieb. War aus Scheibenberg und ist dorthin geführt und allda begraben worden.

Den 2. Oktober marschierten die Soldaten, die mit den Bürgern haben die Schlägerei gehabt, hier ab nach Dresden (haben manchen Bürger in seinem Handwerk großen Schaden getan). Sind allhier gelegen 4 Jahre weniger 3 Tage, so lange ist, daß sie sind von Dresden wieder gekommen, sind aber auch zuvor da gelegen, ehe die Schlägerei geschah.

Den 5. November schneite es stark aber die Nacht fing es an zu regnen und hat geregnet bis die andere Woche. So sind allerorten die Wasser so groß geworden, daß an Brücken, in Wegen und Feldern großer Schaden geschehen.

Drei Tage vor dem Christtag fing es an zu schneien; aber die Christnacht fings an zu regnen und ist der Regen gestanden bis zum 9. Januar 1724. Hernach ist so schönes Wetter geworden, daß der Bauersmann hat im Felde ackern können, die Leute barfuß gangen. So schöne warme Tage sind gewesen, als wenn Ostern wär. Den 15. Februar wurde alles mit Schnee bedeckt, doch am andern Tag hat die Sonne gleich wieder weggenommen. Oft hat es die Nacht ein wenig geschneiet, tagsüber ist wieder schöner Sonnenschein geworden. Nach Fastnacht schneite es wieder, blieb drei Tage liegen, ging gleich wieder weg. Hernach warf es Schnee, aber auch der blieb nicht liegen. Erst am 3. März fing es wieder an zu schneien und kam großer Sturm dazu und machte in drei Tagen einen großen Schnee daraus.

Zu Weihnachten galt das Maltz Gerste 17 Taler
Der Weizen  4 ½ Taler
Das Sipmaß Korn  34 Groschen
Der Hafer zu  12 auch 16 Groschen

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