Annaberg anno 1717 - Alterzgebirge

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Annaberg anno 1717

In: Georg Kleinhempel, Annaberger Annalen 1658 - 1735, Transliteration: Helmut Unger

Den 17. Januar wurden die Gewehre von der Landmiliz hier im Rathaus eingelegt, wie auch das Pulver und das Schanzgerät. Und Ober- und Unteroffiziere haben ihre Demission bekommen.

Den 21. Januar, an einem Donnerstagnachmittag, kam auf dem Rathaus Feuer aus der Generalaccis-Stube, ist durch den Visitator Detorius Schochert versehen worden, aber es ist ohne Schaden wieder gelöscht worden.

Den 25. Januar, an einem Montag, war ein großes Unglück in der Katzenmühle, oberhalb Buchholz, wenn man nach Sehma geht. Ein Steiger, mit Namen Hans Christoph Flehmig, hat eine Flinte und reckt sie zum Fenster hinaus und will sie losschießen. Aber sein Kind ist draußen und kommt um das Haus herumgelaufen und läuft in den Schuß, daß es auf der Stelle gleich tot war. Dem Vater aber ist nichts getan worden, weil er es nicht gerne getan hat.

Den 5. März kam General von Seckendorf mit dem Stabe aus Polen hier ins Quartier. Die Mannschaft war etwa zwei Kompanien stark und blieb bis zum 7. Juni.

Den 26. Mai, an einem Mittwoch abends zwischen 9 und 10 Uhr, kam ein solch schweres Gewitter, daß es in den Kirchturm einschlug, zu dem Fenster wo der Türmer sitzt runter zum Markt zu, und beschädigt zwei Personen.

Den 4. Juni, an einem Freitag abends, kam ihre königliche Majestät und kurfürstliche Durchlaucht in Schlettau an und blieb die Nacht da und reiset hernach in das Karlsbad.

Den 13. Juni, an einem Sonntag, kamen wieder andere Soldaten hier an, kamen von Dresden.

Den 15. Juni, an einem Dienstag zu Mittag, hat das Wetter in Zwönitz eingeschlagen, sind 15 Häuser abgebrannt.

Den 12. Juli wurde angefangen zu Mittag 11 bis 12 Uhr zu läuten. Die Witwe Johann Georg III., kurfürstliche Durchlaucht, ist den 1. Juli zu Lichtenburg abends 5 Uhr in Gott verschieden. Vier Wochen ist geläutet worden, eine Prozession aber ist nicht gehalten worden. Am Tage Michael wurde die Orgel wieder geschlagen.

Den 2. August schossen sie den Vogel ab, wurde König Christian Anders, sonst Zweckenschmiedgesell, hat aber mit Spitzen gehandelt und das Handwerk übergeben.

Im August brannte Görlitz ab, 644 Häuser.

Den 4. September, an einem Montag nachmittags zwischen 5 und 6 Uhr, kam ein schweres Donnerwetter, verzog sich bald, bald kam es wieder und stund bis um 10 Uhr in der Nacht. Wie es aber bald 10 Uhr war, tat es über der Stadt drei grausame Donnerschläge, daß man vermeint, es ging alles zu Grund, und schlug ein in Herrn Bürgermeister Scheuerecks Sohn Feld und hat eine Röhre am Wasser zerschlagen, welches reingehet auf der Badergasse. Einem Zimmermann hat es durch den Hut geschlagen und die Haare auf dem Kopf versengt, aber am Leibe keinen Schaden getan. Hat wollen auf den Kirchturm gehen, weil er ist zum Turm verordnet gewesen, und nahe beim Kirchturm ist es geschehen. Er hieß Benjamin Küchler.

Den 16. Oktober, an einem Sonnabend, hat der Weinschenk des Rats-Wein-Kellers, Herr Marck, im Rathaus an das Weinreis ein Bierreis gehängt. Hat in seinem Haus gebraut, aber im Weinkeller hat er es ausgeschenkt.

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