Annaberg anno 1705 - Alterzgebirge

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Annaberg anno 1705

In: Georg Kleinhempel, Annaberger Annalen 1658 - 1735, Transliteration: Helmut Unger

Den 30. März, an einem Montag, sind allhier 13 Reiter und ein Korporal ins Quartier gekommen, bald hernach sind 33 Pferde nachkommen. Dazu ist Mannschaft geworben worden.

Den 21. April ist die halbe Kompanie wieder nach Chemnitz marschiert, wo der Hauptmann in Quartier ist gelegen.

Den 28. April, an einem Dienstag, haben die Bürger abermals losen müssen, weil sechs Mann geschafft werden mußten. So hat das Los betroffen:

Christoph Richter, ein Posamentierer, Zacharias Deuchler, ein Posamentierer, Salomon Rother, ein Drechsler, Georg Körnig, ein Drechsler, Christoph Stopf, ein Maurer, Benjamin Büttner, ein Maurer, aber sie haben andere für sich geschafft.

Den 29. April sind wieder neue Rekruten allhier von Chemnitz angekommen, eine Kompanie, sind hernach zwei Kompanien hier gelegen.

Regierender Bürgermeister ist damals gewesen Herr Dr. Christian Schumann.

Den 5. Mai, an einem Dienstag, ist Kaiser Leopold I. gestorben.

Den 6. Mai, am Mittwoch, abends zwischen 8 und 9 Uhr, kam Feuer aus in der Kleinen Kirchgasse beim Organisten, Herrn Johann Wilhelm Böttiger. Der Türmer hat es mit allen Glocken gemeldet, ist aber Gott sei Dank wieder gelöscht worden.

Den 25. Mai, abends zwischen 7 und 8 Uhr, hat sich ein solches Stöberwetter mit Schneien erhoben, daß es in zwei Stunden soviel Schnee geworfen, daß zwei Tage das Vieh nicht hat können ausgetrieben werden. Erst Mitte der Woche hat zu Mittag die Sonne wieder gescheinet und der Schnee ist wieder sachte zergangen. Aber es hat noch alle Tage bis an den Pfingstsonnabend geschneit. Den Pfingstsonntag hat die Sonne wieder geschienen und es ist warm geworden. Aber in Jöhstadt ist am Pfingstsonnabend der Schnee noch eine halbe Elle im Feld gelegen und in Wiesenthal auf ¾ Ellen. Die fällige Blüte an Obstbäumen ist Sonnabend vor Trinitatis alles gestanden. Den Dienstag bis Freitag hat es alle Tage wieder geschneit; aber es ist alle Zeit bald wieder weggegangen. Trotzdem ist dieses Jahr Obst genug worden, wie auch das Getreide alles wohl geraten und auch eine gute Einerntung gewesen. Zu Martin hat der Scheffel Korn 2 Taler 18 Groschen gegolten.

Am Tag Exaudi ist Herr Johann Pfefferkorn das erste Mal zum Stadtrichter erwählet worden und Herr Gottfried Hahn junior und Herr Zacharias Meyer, ein Buchholzer, wurden zu Ratsherren gewählt.

Den 29. Mai, am Pfingstsonnabend, zu Mittag 11 Uhr, ist August, König zu Polen und Kurfürst zu Sachsen, in Schlettau angekommen und hat zu Mittag da gespeist, um 2 Uhr ist er wieder fortgeritten, ist am selbigen Tag bis nach Schlackenwerth kommen. Er reiste mit fünf Begleitern und einer Kutschen mit zwei Weibspersonen nach Karlsbad.

Den 11. Juni sind die einquartierten Völker hier abmarschiert nach Dresden zu, sind auf dem Sandt [?] eine Weile gestanden.

Den 16. Juni, einem Dienstag, abends nach 9 Uhr, ist allhier ein Rittmeister begraben worden, ist krank aus Karlsbad gekommen und bei Herrn Christian Schreiber, als Ratsverwandter, gestorben; ist aus Schweden gebürtig gewesen und in die große Kirche begraben worden.

Am Johannisabend hat das Wetter ins Malzhaus beim Mühltor eingeschlagen, an den Giebel nach dem Kloster zu, hat aber Gott sei Dank, nicht gezündet.

Den 5. Juli war das Evangelium: Seid barmherzig. So ist ihre kaiserliche Majestät allhier verkündiget worden, wie alt er ist gewesen und wie lange er regierte. Hernach halb 12 Uhr ist angefangen worden zu läuten mit allen Glocken bis um 12 Uhr, hat 14 Tage gewährt.

Den ..... Oktober ist Wolf Ernst Grabner, ein Handelsmann, durch die Freischützen in Arrest genommen worden. Ist bei Johann Heinrich Kühn in der Buchholzer Gasse in Arrest gesessen und mit den Freischützen bewacht worden. Den 9. Oktober, Freitag die Nacht 11 Uhr, ist er fortgegangen aus dem Arrest, als bei ihm die Wache gehabt: Herr Christoph Weiß als Korporal, Paulus Sonntag, ein Handwerksschütz, Michael Göppert, ein Handwerksschütz, Johann Seltner, ein Freischütz.

Den 7. Oktober, Mittwoch früh, ist Feuer auskommen beim Laux-Bäck in der Wolkensteiner Gasse, ist aber bald wieder gelöscht worden.

Den 3. Dezember, an einem Mittwoch, sind Herr Gottfried Hahn, als Ratsverwandter, und Herr Christoph Böhm, Viertelsmeister im kleinen Viertel, herumgegangen und haben die Leute aufgeschrieben, Männer, Weiber und Kinder, die über 12 Jahre sind gewesen.

Den 29. Dezember, an einem Dienstag, ist hier zwischen 10 und 11 Uhr ein katholischer Pfaffe verwiesen worden, ist lange in der Fronfeste gesessen weil man ihn für einen Kundschafter gehalten.

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