Annaberg anno 1703 - Alterzgebirge

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Annaberg anno 1703

In: Georg Kleinhempel, Annaberger Annalen 1658 - 1735, Transliteration: Helmut Unger

Den 19. Januar, an einem Freitag, ist die ganze Nacht das Böhmische Tor offen geblieben. Ob es durch den Wachtmeister, als Christoph Haug, ist vergessen worden, das kann man nicht so genau wissen.

Den 22. Januar, an einem Montag zwischen 11 und 12 Uhr, kam in Buchholz in der Mühle an der Brücke im Stall Feuer aus. Der Stall brannte weg, die Mühle blieb stehen.

Den 15. Februar, an einem Donnerstag, wurden im ganzen Land die neuen kurfürstlichen 6-Pfennig-Stücke verboten, galten nicht mehr als 3 Pfennige, etliche Tage kommen sie auf 2 ½ Pfennige, wurden fünf für einen Groschen in Dresden eingewechselt.

Den 10. März, einem Sonnabend, wurde Christian Iser, ein Reischdorfer, der aus dem Zeckenthal ist, mit eingesperrt worden, zur Staup geschlagen; hat sehr geschneit und ist große Kälte gewesen.

Den 17. März, auch an einem Sonnabend, ist der andere Reischdorfer, Christian Schlosser, der auch im Zeckenthal mit verhaftet wurde, zur Staup geschlagen worden. Ist auch starkes Schneien und große Kälte gewesen.

Den 30. Mai, Mittwoch nach Pfingsten, Mittag um 11 Uhr, hat das Wetter in Herrn Johann Christoph Schwabes hinteres Vorwerk eingeschlagen, ist abgebrannt. Das Althaus neben der Scheune ist gelöscht worden.

Eben denselben Tag hat das Wetter in Scheibenberg ins Rathaus eingeschlagen an unterschiedlichen Orten, hat aber nicht gezündet.

Den 14. Juni, an einem Donnerstag Nachmittag um 2 Uhr, sind die Torschreiber unter die Tore gesetzt worden, daß nunmehr der große (General-) Accis ist angegangen und ist auf dem Rathaus über der Ratsstube in der Silberstube der Accis eingenommen worden.

Den 1. August ist ein Welscher am Rathaus am Pranger gestanden. Sein Verbrechen ist, daß er zum Jahrmarkt sackermentieret hat.

Den 2. August, an einem Donnerstag, ist Christian Gerbert, Maurer und Bierbrauer allhier, in Grumbach brauen gewesen, gehet hernach auf Arnsfeld, gehet im Dorf herunter und wie er will über das Bächel Richselbach gehen, welches sich von großem Regen sehr ergossen hat, fällt er unversehens hinein und ertrank. Sonnabend wurde er in die Stadt geschafft und den Montag mit ein ganzes Funus beerdigt worden.

Den 15. August, an einem Mittwoch, ist das Vogelschießen allhier gehalten worden. König wurde Herr Bürgermeister Johann Matthäus Merckel.

Den 23. August, an einem Donnerstag Nachmittag um 4 Uhr, hat das Wetter im Kloster in der großen Feueresse eingeschlagen, aber in der Stadt weiter keinen Schaden getan.

Den 31. August, an einem Freitag zwischen 10 und 11 Uhr, ist Meister David Wahl, Tuchmacher allhier, auf dem Rathaus in der Ratsstube, neben sechs Tuchmachern und zwei Schneidern, vor dem Rat erschienen. Seine Vorrichtung ist gewesen, daß die Tuchmacher einen Streit mit Herrn Heckner von Stollberg gehabt, welcher allhier ist eingekommen zu einem Tuchmacher und zu einem Meister auf- und angenommen, das haben diese acht Personen mit ihm müssen schwören. Wie die anderen haben müssen entscheiden und der Rat wollen um die Punkte fragen, so schlägt ihn der Schlag und sinkt um und bleibet alsbald tot. Ist den Sonntag zur Erden bestattet worden, seines Alters 75 Jahre 4 Wochen weniger einen Tag. Dem Gott Gnade.

Den 7. November, an einem Mittwoch früh zwischen 7 und 8 Uhr, ist die Köhler Rachel, welche in Herrn Christoph Conrads Haus auf der Sommerleite wohnte, im Pferdeteich ertrunken. Ist um 6 Uhr ausn Haus gangen, eine Stunde hernach ist sie schon im Pferdeteich tot gefunden worden. Zwischen 9 und 10 Uhr haben sie zwei Büttel herausgezogen, ist über dem Vorwerk an den Rand auf ein Bund Stroh gelegt worden und bewacht worden. Den nächsten Tag ist sie in einem Sarg auf dem Gottesacker in einen Schwibbogen gesetzt worden, ist etliche Tage dagestanden und hernach auf dem Armen-Sünder-Winkel begraben worden.

In diesem Jahr ist ein Ratsherr neben einem Viertelsmeister herumgegangen, haben die Leute aufgeschrieben, Manns- und Weibspersonen, Magd und Knecht. Darauf ist die Kopfsteuer erfolgt, für jeden sein Anteil an Kontribution.

Die Woche vor Weihnachten sind die Viertelsmeister neben einem Ausschuß und einem Bürger in allen Viertel herumgegangen und die Leute aufgeschrieben, klein und groß. (Gottfried Hahn, Viertelsmeister, Wolf Heinrich Wolfgang, vom Ausschuß, Christoph Flath, als ein Bürger)

Den 7. Dezember, an einem Freitag, ist großer Wind gewesen, als in der Nacht Feuer angelegt wurde in der Frohnauer Gasse bei Andreas Arnholt, einem Nadler, hintennaus auf dem Mist. Aber gegenüber in Herrn Antonis Rutloffs Gartenhaus ist ein Schneider zu Haus, will schlafen gehen, sieht hinaus und wirds erstlich inne und macht es offenbar, daß es alsbald gelöscht wurde. Der Schneider hat geheißen Johann Ernst Richter.

1658 | 1659 | 1660 | 1661 | 1662 | 1663 | 1664 | 1665 | 1666 | 1667 | 1668 | 1669 | 1670 | 1671 | 1672 | 1673 | 1674 | 1675 | 1676 | 1677 | 1678 | 1679 | 1680 | 1681 | 1682 | 1683 | 1684 | 1685 | 1686 | 1687 | 1688 | 1689 | 1690 | 1691 | 1692 | 1693 | 1694 | 1695 | 1696 | 1697 | 1698 | 1699 | 1700 | 1701 | 1702 | 1703 | 1704 | 1705 | 1706 | 1707 | 1708 | 1709 | 1710 | 1711 | 1712 | 1713 | 1714 | 1715 | 1716 | 1717 | 1718 | 1719 | 1720 | 1721 | 1722 | 1723 | 1724 | 1725 | 1726 | 1727 | 1728 | 1729 | 1730 | 1731 | 1732 | 1733 | 1734 | 1735

 
Suchen
(c) 2016 Gert Süß.
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü