Annaberg anno 1692 - Alterzgebirge

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Annaberg anno 1692

In: Georg Kleinhempel, Annaberger Annalen 1658 - 1735, Transliteration: Helmut Unger

Den 7. Februar um Mitternacht nach 12 Uhr brannte Johann Clauß, Hammerschmied in Frohnau, der Hammer ab.

Den 12. Februar, zu Mittag nach 12 Uhr, kam vor dem Böhmischen Tor im Gasthof "Birne" Feuer aus, ward aber gelöscht.

Den 28. März brannte frühmorgens nach 2 Uhr in Crottendorf eine Mühle ab.

Den 29. März, , als den 3. Ostertag, fiel eine Jungfer, eines Böttchers Tochter in Buchholz, die mit ihrem Liebsten spazieren gehen wollte, ins Wasser, weil der Steg mit ihnen gebrochen. Es geschah oberhalb der Brücken, das Wasser führte sie mit bis an die vordere Mühle zu der Brücke, wo man von Annaberg nach Schlettau gehet, allda sie erst an den Rand gekommen und herausgezogen wurde. Vom Bergamt aufgehoben, wurde sie hiernach den Ihrigen übergeben und mit einer Predigt in Buchholz begraben.

Den 29. April fiel ein großer Schnee, daß den andern Tag, als er von den Dächern abgeschossen, große Gefahr bestand, daß niemand Schaden geschehe.

Den 1. Mai wurde angefangen für die Armen Almosen zu sammeln, damit selbige nicht vor den Türen herumgehen möchten, es blieb aber nicht lange.

Den 4. Mai wurde bei der lateinischen Schule ein Wasserbottich gesetzt.

Den 29. Mai war ein schweres Gewitter, darauf etliche Tage große Stürme folgten.

Den 11. Juni Nachmittag um 5 Uhr kam bei einem Schmied in der Wolkensteiner Gasse gegen der Borckert Jungfer Feuer aus, wurde aber bald gelöscht.

Den 7. Juli kam Hauptmann von Camitz mit einer Kompanie Musketiere in Quartier.

Am Tage Michaelis wurde das Böhmerland gesperrt, daß kein Getreide durfte herausgefahren werden. Das Korn galt der Scheffel 8 Taler.

Den 14. August ist das Geld verboten worden als 3 Pfennig, 6 Pfennig, Kanpfgroschen. Hat keine Münze gelten sollen als kurfürstliche, Brandenburgs kaiserliche, wie auch die 2 Groschen Stücke. Es ist auch etliche Tage die Brotbank gewesen. Es war solches Wehklagen unter den armen Leuten, daß man es nicht beschreiben kann.

Den ... August ist eine Magd zu Geyersdorf ertrunken, hat wollen über den Steg gehen.

Den 31. August ist Hans Vogtmann, Holzeinschläger, an die Holzflöße gezogen, in das neue Haus.

Den 13. September ist die Erbhuldigung für Johann Ge­org IV., unsere kurfl. Durchl., hier gewesen.

Den 5. Oktober wurde bei Antonius Friedel, Posamentierer allhier, Haussuchung getan wegen Diebstahl. Als er aber sah, wo es hinaus wollte, sprang er hinten über den Zaun und ging barfuß ohne Rock und Hut, da es doch ziemlich kalt war, fort, lief zum Buchholzer Tor naus. Wer ihm begegnete, den hat er gefragt, ob sie nicht seine Sau hätten laufen sehen. Kam also davon. Man hatte bei ihm so viel Diebesgut gefunden, daß es nicht zu sagen sei. Seine Frau und Tochter wurden eingezogen und alles, was gefunden wurde, aufs Rathaus geführet. Er ist dieselbige Nacht noch wieder in die Stadt kommen, hat Kleider geholt und ist wieder fortgegangen. Obwohl Steckbriefe ausgeschickt wurden, hat er sich doch des Nachts wieder in die Stadt gemacht und an drei Orten wieder eingebrochen. Bei David Köhler, Seiler, hat er ein Scheffel ausgewundene Wäsche mitgenommen. Er hat sich bei Komotau aufgehalten, wo er vom Komotauer Rat eingezogen wurde. Mit unseren Freischützen, wobei zwei Ratsherren waren, als Johann Jakob Scheuereck, Not. pub., und Stadtrichter Johann Christoph Schwabe, wurde er abgeholet und den 17. November hierher gebracht. Er hat alles gutwillig bekannt, hat Anno 1684 angefangen zu stehlen.

Den 10. Februar 1693 wurde Anthonius Friedel seiner Dieberei halber mit dem Strange vom Leben zum Tod gebracht. Die Geistlichen, so mit ihm gingen, waren Mag. Enoch Zobel und Mag. Johann Heinrich Jobin, hat sonst fleißig gebetet.

Den 24. Dezember ist das Geld erneut verboten worden, als 3 Pfennig, 6 Pfennig, Groschen: 2 gl – 4 gl – 8 gl – 1 bg; hat nichts gelten sollen als kaiserlich kurfürstlich brandenburgisches. Der Scheffel Korn galt 6 Taler 8 Groschen. Die Kanne Bier 8 Pfennig. Es ist so ein Elend hier gewesen, daß nicht zu beschreiben.

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