Annaberg anno 1683 - Alterzgebirge

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Annaberg anno 1683

In: Georg Kleinhempel, Annaberger Annalen 1658 - 1735, Transliteration: Helmut Unger

Den 4. März ist in Jöhstadt der Schnee von einem Haus gefallen und hat eine Magd erschlagen. In Wiesenthal hat am selben Tag der Schnee ein Kind erschlagen.

Den 31. März ist eine Frau festgenommen worden, weil sie ein Kind hat umgebracht; ist Helfermagd in Sommers Brauhaus gewesen. Am 10. August ist sie mit dem Schwert auf dem Rabenstein gerichtet worden.

Den 14. April kamen Kriegskommissare an. Den andern Tag wurde ein Zelt hinter dem Gottesacker aufgeschlagen, in dem die Soldaten die hier in Quartier lagen, alle nacheinander gefraget wurden, ob sie das Ihre recht bekämen und wie alt ein jeder wär, dann zogen sie weiter nach Marienberg.

Den 11. Juli ließ Ihre Kurfl. Durchl. durch öffentlichen Trommelschlag in allen Gassen werben.

Den 22. Juli, Nachmittag 4 Uhr, sind 25 Spannpferde nach Dresden für den Marsch nach Wien gegangen.

Den 25. Juli ist Kurfürst Johann Georg III. mit seiner Armee aufgebrochen nach Wien. Haben Gott Lob glücklich gesiegt, den Türken alles abgeschlagen, daß er nicht das geringste hat weg gebracht.

Den 31. August, Freitag, war ein Bettag, ist in Gott verschieden Herr Bürgermeister Christoph Petzoldt.

Den 10. August ist eine Kindesmörderin mit dem Schwert auf dem Rabenstein gerichtet worden, ist eine Helfermagd in Sommers Brauhaus gewesen.

Den 10. Oktober, an einem Dienstag, hat Herr Stadtrichter Christian Cronberger seiner Tochter Hochzeitsmahl im Weinkeller ausgerichtet und damit den Anfang gemacht.

Den 16. Oktober ist der Oberst Wachtmeister Heinrich Wilhelm Wolff v. Spanheim von Wien kommend wieder hier ins Quartier gezogen. Die Kranken wurden ins Schießhaus geleget und die Dragoner marschierten hier durch.

Den 28. Oktober hatte Johann Michael Sennig, Bürger und Messerschmied (ein Zwickauer Kind), in Schwarzenberg Hochzeit. Den dritten Tag wird es offenbar, daß die Braut soll taufen lassen; weil er aber sich frei wußte, kam er los und heiratete hier eine andere.

Den 24. November kaufte ein Soldat von einem böhmischen Bauern für zwei Fledermäuse Äpfel [Fledermäuse ist eine volkstümliche Bezeichnung für Gröschelstücke in Böhmen.]. Wie er solche eingesteckt, schüttet er zwei lebendige Fledermäuse aus dem Handschuh ihm in die Hand. Der Bauer erschrickt darüber und läßt sie fliegen.

Den ersten Christtag haben die Musikanten das erste Mal um 10 Uhr vom Rathaus herab geblasen.

Den 25. Dezember haben die Musikanten um 10 Uhr das erste Mal vom Rathaus herab geblasen. Von Herrn Julius Friedrich Coith und einem von Leipzig sind der Kirche zwei silberne Altarleuchter verehret worden.

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